Lambrusco?

Lambrusco? Ist das nicht dieses prickelnde, minderwertige Getränk in den 2-Liter Flaschen,  für kleines Geld zu haben und deswegen  auch Pennerglück genannt? So oder ähnlich werden sicherlich einige von Ihnen denken, und das nicht einmal ganz zu unrecht. Denn was sich in Italien äußerster Beliebtheit erfreut und wie viele andere kulinarische Erfindungen dieses Landes fast als genial zu bezeichnen ist, hat im Ausland einen Ruf, der sich durch minderwertige Qualität äußerst hartnäckig hält.

Dabei hat sich sehr viel getan in der Emilia Romagna, der Region aus der der Parmaschinken und Parmigiano kommen.  Es wurde viel investiert mit dem Ergebnis, dass es inzwischen wirklich hervorragende und sehr individuelle Qualitäten gibt. Der Lambrusco ist in erster Linie vielleicht ein Wein, der bei den Italienern inzwischen so beliebt ist, weil er einfach Spaß macht.

Ich probierte den Lambrusco von Alberto Medici, einem Familienbetrieb, der mit Spitzenqualitäten seit Jahren in Reggio nell´Emilia den Takt angibt.
Der leicht liebliche Bocciolo mit sein 7 % Vol. Alkohol ist richtig süffig.  Er ist aus der Rebsorte Grasparossa, die sehr kraftvolle, tanninreiche Weine ergibt, die hauptsächlich süß ausgebaut werden. Gerade das hebt ihn aus der Masse  heraus.  Sein Mousseux ist süßlich, aber mit dem entscheidenden Quentchen feiner Säure, die ihn sehr harmonisch macht.

Lambrusco Bocciolo, Medici Ermete

Die Vorarbeiten sind getan. Der Rest liegt bei Ihnen, aber man wird ja im Leben oft belohnt, wenn man den Dingen vorurteilsfrei begegnet.

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