Der Wagram

Franz Leth, der mit uns in seinen Weinbergen unterwegs war erklärte, dass der rote Veltliner, der vor dem 2. Weltkrieg die Hauptrebsorte der Region war, nicht einmal entfernt mit dem grünen Veltliner verwandt ist. Voll ausgereift ergibt der rote Veltliner, der auf insgesamt nur knapp 200 ha angepflanzt ist, körperreiche und harmonische Weine. Nur leider ist er eine Diva, die gehätschelt werden will. Zu kalt mag sie es nicht, sie besteht auf ganz bestimmtem Untergrund und wenn sie mit zu niedrigem Mostgewicht geerntet wird rächt sie sich mit unausgereiftem Geschmack. Nun müssen Winzer ja mitunter auch wirtschaftlich denken und da erschien der grüne Veltliner als Partner deutlich verlässlicher und eben nicht so zickig.

Der grüne Veltliner, der eigentlich einmal Weißgipfler hieß, bekam seinen Namen weil seine Trauben auch zum Ende der Vegetation noch grün sind, wenn andere Rebsorten schon längst eine rot/rosa Färbung haben. Er ist also nicht mit dem roten Veltliner verwandt und auch nicht entfernt so sensibel wie dieser. Er gibt gute Erträge, besticht durch Frische, Fruchtigkeit, Würze und animierende Säurestruktur. Als Speisebegleiter ist er sehr charmant und kann, auf den großen Lagen angebaut, selbst seine ganze Größe mit Komplexität, Dichte und Vielschichtigkeit zeigen.

Und doch gibt es mittlerweile wieder einige Winzer, allen voran eben Franz Leth, die der rote Veltliner reizt. Wenn er gut gepflegt wird ergibt er einfach ganz herausragende, herrlich füllige Weißweine, die zudem noch lange lagerfähig sind.

Leider hatte der Frühjahrsfrost am frühen Morgen unserer Ankunft im Wagram die Hoffnung auf roten Veltliner vom Jahrgang 2016 völlig zunichte gemacht. Allerdings musste man dann für die noch niedrigeren Temperaturen der nächsten drei Nächte auch keine Diva mehr sein um für dieses Jahr den Abgang zu machen.

Von der Familie Leth haben wir noch einige andere Weine im Sortiment, unter anderem einen ganz genialen Chardonnay, von dem Franz Leth sagt, dass der 2015er der beste ist, den er je geerntet hat. In unserem Kopf werden die Wagram-Weine auf jeden Fall immer mit diesem unglaublich feinem Sand, dem Löss, verknüpft sein.

2015 Grüner Veltliner                                                   1,00 l   € 5,75

2017 Grüner Veltliner Klassik                                        0,75 l   € 8,75

2017 Roter Veltliner Klassik                                          0,75 l   € 8,75

2017 Gelber Muskateller, Grassl, Carnuntum                  0,75 l  €  9,20

2013 Blauer Zweigelt                                                   1,00 l   € 5,90

2016 Blauer Zweigelt Klassik                                        0,75 l   € 8,75

2016 St. Laurent Reserve                                             0,75 l   €13,55

Keyword: Allgemein
Veröffentlicht in: Österreich
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