Von Winzern, Visionen und großartigen Weinen

Von Zeit zu Zeit muss es einfach sein – da muss man raus aus dem Geschäft und zur Quelle, das heißt in unserem Fall zu den Winzern, mit deren Erzeugnissen wir tagtäglich zu tun haben.  Also haben wir uns im Frühjahr auf den Weg gemacht in die Pfalz und durch Rheinhessen zu Boris KranzPhilipp KuhnHans Oliver Spanier und Daniel Wagner.  Wir hatten viele spannende Gespräche mit einem Tiefgang, den wir gar nicht erwartet hatten und stellten fest, dass hinter großartigen Weinen tatsächlich auch herausragende Winzerpersönlichkeiten stecken.

Ganz besonders wichtig war es für uns einmal wieder ein Gefühl für das zu bekommen, was man heutzutage gemeinhin als Terroir bezeichnet – ein Begriff, der so vieles einschließt worüber nur der erzählen kann, der im besten Fall mit dem Ort verwachsen ist. Jemand,der mit den speziellen Gegebenheiten des Bodens vertraut ist, der Erfahrung hat, die man sich nicht einfach aneignen kann, weil sie auf vielen,  vielen eigenen Beobachtungen über lange Jahre hinweg basiert und teilweise von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Wir reden hier nicht über die Winzer, die mit der chemischen Brechstange aus dem Boden herausholen, was in erster Linie ihr Bankkonto füllen soll. Die von ihnen erzeugten Weine sind völlig belanglos – man schmeckt nicht, wo sie gewachsen sind und sie sind völlig austauschbar. Die Rede ist von Winzern,  die genau so authentisch sind wie ihre Weine und für die ihr Handwerk eine Berufung ist, der sie sich mit ganzer Seele verschrieben haben. Es sind Menschen, die ein Gefühl für ihre Lagen haben, für deren Urbarmachung sie häufig mit Schweiß und Blut gern bezahlt haben.

Das alles steckt in dem Wort Terroir und so richtig kann man das nur erfassen, wenn man auf dem Weinberg steht und einen Stein des Bodens in der Hand hält in dem die Reben verwurzelt sind und dessen Eigenschaften sich später im Wein wiederfinden. Oder wenn man das kühle Lüftchen selbst im Gesicht spürt, das genau für die Lage typisch ist, die bezeichnenderweise den Namen Eisberg trägt. Am Ende so einer Reise weiß man wieder, dass große Weine eben nur auf großen Lagen wachsen können und dass dahinter ganz sicher auch ein Mensch mit Visionen und Erfahrung steht.

Verkostet haben wir überall den neuen Jahrgang 2014, der in der Südpfalz bei der Familie Kranz ein unproblematischer war, für das Weingut Wagner Stempel im nördlichen Rheinhessen dagegen schon eine Herausforderung darstellte.  Daniel Wagners Worte dazu im O-Ton: „Wenn man in zwei aufeinander folgenden Ernteperioden mit so vielen Schwierigkeiten konfrontiert ist, wird man auch als Winzer wieder sehr viel respektvoller und demütiger gegenüber den Kräften der Natur und freut sich im Gegenzug oftmals umso mehr über die überaus gelungenen Ergebnisse unter schwierigen Bedingungen“. Tolle Weine haben letztendlich alle produziert und es würde den Rahmen dieses Berichts sprengen, wollten wir alle hier aufzählen.

  

Besonders hervorheben möchten wir an dieser Stelle den äußerst steilen  Aufstieg von Hans Oliver Spanier vom Weingut Battenfeld Spanier. Er hat sich ganz dem biodynamischen Anbau verschrieben und vinifiziert mittlerweile Weine auf Weltklasse-Niveau. Der Gault Millau 2015 schreibt über das Weingut: „Das Ergebnis kann sich zeigen…Spanier setzt seinen Weg der puristischen Eleganz fort. Hier schmeckt jeder Wein. Biodynamische Weine at its best!“

Wir laden Sie herzlich ein sich hier bei uns bei einer Probe von der hervorragenden Qualität der Weine dieser vier Top-Winzer selbst zu überzeugen!

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