2015 – das Jahr, das Winzerherzen höher schlagen ließ

2015 – das Jahr, das Winzerherzen höher schlagen ließ

Die klimatischen Bedingungen im vergangenen Jahr waren für den deutschen Weinbau ein Geschenk der Natur. Nach den beiden verlustreichen Jahren 2013 und 2014, die der Natur im wahrsten Sinne des Wortes abgerungen werden mussten, war 2015 Balsam für die geschlagenen Wunden der vergangenen Herbste.

Auf einen eher durchschnittlichen Beginn des Jahres folgte ein sonniges, sehr trockenes Frühjahr. Im Juni beendeten kräftige Niederschläge die extreme Trockenheit und mit einer stabilen Hochdruckzone kamen viele Sonnenstunden. Die hochsommerliche Witterung ging bis weit in den August hinein und weitsichtige Winzer hatten tunlichst auf ein allzu starkes Freistellen der Trauben verzichtet.

Ab Mitte August folgte eine etwas kühlere Periode mit leichten Regenfällen. Was dann folgte hat Daniel Wagner aus Siefersheim so gut beschrieben, dass wir ihn an dieser Stelle zitieren möchten:

Der wohl bemerkenswerteste Abschnitt des 2015er Weinjahres begann am 20. September, wobei sich für ein Zeitfenster von beinahe 14 Tagen eine Wetterlage wiederholte, wie sie in den Sommermonaten zu so großer Hitze geführt hatte. Stabiles, sonniges Hochdruckwetter mit kühlen, trockenen Winden aus östlicher Richtung. Der Einfluss dieser Konstellation auf die Trauben und den Reifeprozess hier bei uns in Siefersheim war schlichtweg außergewöhnlich. Nur in ganz wenigen Ausnahmejahren der letzten Jahrzehnte konnte man einen ähnlichen Prozess beobachten. Der hauptsächliche Effekt war eine Form des Eintrocknens gesunder Beeren am Stock. Bildlich gesprochen ein leichtes „Rosinieren“ ohne jegliche Botrytis. Was auf diese Entwicklung folgte war eine der spannendsten und gleichzeitig entspanntesten Weinlesen der letzten Jahre. In den folgenden Wochen bis zum 28. Oktober konnten nach und nach alle Weinberge per Hand gelesen werden. Oechslegrade von 90 – 97 Grad korrelierten mit geradezu fantastischen Säurewerten zwischen 9 und 13 Gramm.

Dass das Wetter wirklich das „Zünglein an der Waage“ ist, ist zwar durchaus ein Teil des handwerklichen und naturgegebenen Selbstverständnisses eines Winzers, aber in einem Jahr wie 2015 wirkt es einfach wie ein großes Geschenk. Einfach so. Ein reiches beschenkt werden.“

Wir freuen uns schon sehr auf die Wagner Stempelschen Weine, die noch im Fass schlummern und Ende März bei uns eintreffen werden.

 Es lebe die Vielfalt- ein Wein schöner als der andere

 Unweit von Siefersheim auf halbem Weg Richtung Mainz betreibt Familie Thörle seit 1985 ein Weingut mit 19 Hektar Rebfläche, das inzwischen zu den Spitzenbetrieben Rheinhessens zählt. Noch vor zehn Jahren war Thörle ein unbekannter Winzername in der Region. Aber in kurzer Zeit machten die ambitionierten Söhne Christoph und Johannes eine steile Karriere und ihren Heimatort Saulheim bekannt. In der ZEIT vom 29.04.15 schreibt Remigio Poletto über „die besten Winzer Rheinhessens: „Als Johannes und Christoph Thörle das elterliche Weingut übernahmen, hatten sie nichts zu verlieren. Heute haben Sie drei rote Trauben im Gault Millau.“ Die Fachwelt spricht den Lagen Probstey, Hölle und Schlossberg schon ein Grand-Cru Potenzial zu. Und zum Empfang der Queen auf Schloss Bellevue im vergangenen Jahr wurde als einziger Weißwein der Chardonnay Reserve 2014 von Thörle gereicht.

Der 2014er Chardonnay ist zwar schon ausverkauft, aber wir haben von dem Folgejahrgang etwas reserviert. Die Einstiegsweine der Thörles sind „saftige, urleckere Basisweine“ (laut Gault Millau 2016) und haben uns in den letzten Wochen schon enormen Spaß gemacht. Es sind:

2015 Weißburgunder, trocken
2015 Grauburgunder, trocken
2015 Sauvignon, trocken
2013 Réserve Cabernet Sauvignon/Merlot ganz große Klasse                        

 

Für etliche Kunden ist er schon kein Geheimtipp mehr, der Campus genannte Rivaner vom Weingut Studier inder Pfalz. Der 2015er ist so herrlich trinkig und fruchtig bei dezenter Säure, dass wir ihn in jüngster Vergangenheit oft empfohlen und viel verkauft haben. Bei knapp sechs Euro muss niemand lange überlegen und die Qualität ist so gut, dass man den bisherigen Absatz ohne Übertreibung als reißend bezeichnen kann. Wie fast alle anderen Weine die wir von Studier anbieten ist auch der Campus ein Bio- Wein, dank einer „Vinifikation im Einklang mit der Natur“. (Reinhard Studier)

Ganz frisch sind weitere Weine dieses Weinguts eingetroffen:

2015 Campus Rivaner trocken
2015 Heroldrebe rosé, halbtrocken                                                      
2015 Spätburgunder rosé, trocken Tipp                                             
2015 Chardonnay trocken                                                                      
2015 Sauvignon blanc, trocken Aromenexplosion    

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