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Capcanes

 

Capcanes nennt sich die kleine 400 Seelen-Gemeinde, die 120 km südwestlich von Barcelona, in einem hochgelegenen Bergtal Tarragonas, im Bezirk Priorato, liegt.

Nachdem die Reblaus Anfang vergangenen Jahrhunderts die Weinberge in Capcanes zerstörte, begann man 1905 mit der Wiederbepflanzung. Im Zuge der aufkommenden Genossenschaftsidee in den 30er Jahren, schlossen sich in Capcanes zunächst 5 Familien zusammen. Bis in die 90er Jahre galt der Celler de Capcanes als wichtiger Traubenlieferant namhafter Weingüter. Aufgrund des reifen und fruchtig-komplexen Charakters und der Tannin- und Farbstoffkonzentration, war das Traubengut hoch geschätzt, da es im Verschnitt einfachere Qualitäten aus anderen Regionen aufbesserte.

Der Schritt zum hochwertigen Flaschenwein-Erzeuger erfolgte unter der Führung des charismatischen Genossenschaftspräsidenten Francisco Blanch. Seine Idee, in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde von Barcelona, einen koscheren Wein zu erzeugen, wird der eine oder andere der mittlerweile 80 Weinbauern der Genossenschaft zumindest recht kritisch betrachtet haben.

Um nach dem strengen „Lo Mebushal"-Verfahren koscher vinifizieren zu können, musste die gesamte Kellereitechnik modernisiert werden. Bei diesem Verfahren wird der Wein nicht pasteurisiert, um ihn zu purifizieren, sondern unterliegt von der Traubenannahme bis zur Abfüllung und Etikettierung, einzig der Kontrolle und Obhut des Rabbiners. Nun ist so ein Rabbiner, zumal aus dem nicht so nahen Barcelona kommend, nicht immer dann verfügbar, wenn es gerade erforderlich wäre. So kam es zum Beispiel dazu, dass man oft Maischestandzeiten hatte, die völlig unüblich waren, deren Auswirkungen aber im positiven Sinn überraschten.

Der Absatz des koscheren Weins in den jüdischen Gemeinden entsprach nicht entfernt dem, was man sich erhofft und wofür man investiert hatte. Aber durch die vielfältigen Erfahrungen, die man inzwischen gesammelt hatte und den Einsatz modernster Kellertechnik, konnten bald große Erfolge verbucht werden. Das Selbstvertrauen der bis dahin als reine Zulieferer agierenden Genossenschaft wuchs und innerhalb kürzester Zeit produzierte man international hoch beachtete, konventionell (nicht koscher) entstandene Weine. Robert Parker sprach von sensationellen Leistungen und geizte nicht mit der Vergabe von höchsten Punktzahlen; Wine Spectator, Decanter, die zur Spitze der Weinfachpresse zählen, waren des Lobes voll.

Weine von Capcanes finden Sie hier